Die Autorin

1517538_603276569745025_1666209836_nShort Version:

Eva-Maria Silber, geboren 1959 in Friedlos bei Bad Hersfeld, studierte in Gießen Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin im Großraum Frankfurt am Main, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen ihrer hochgradigen Schwerhörigkeit aufgeben musste.
Nach zwanzig Jahren Pendeln zwischen ihrem Wirkensort und Ostfriesland, lebt sie jetzt mit ihrem Mann an der Nordseeküste in Funnix bei Wittmund, sechs Kilometer vom Meer entfernt. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt Eva-Maria Silber Krimis und Thriller. Ihr Debüt-Roman »Endstation A4« erschien 2014, weitere Veröffentlichungen folgten. 2016 belegte sie den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des Chiliverlages.

 

Die Autorin ist Mitglied im Syndikat und Mitglied der Mörderischen Schwestern.

Long(er) Version:
Geboren wurde ich als Eva-Maria Schüttler in Friedlos am 04. Februar 1959. Sie fragen sich, wo Friedlos liegt? Kennen Sie noch die ehemalige Zonengrenze bei Herleshausen? Dort, ganz in der Nähe. Friedlos war so klein, dass es eingemeindet werden musste und nun zu Ludwigsau mutierte, schade drum, bei dem tollen Namen. Passend dazu verlief meine Geburt: Weil ich meine Mutter dabei fast umbrachte, noch bevor ich ganz draußen war, vergaß man mich im elterlichen Ehebett. Tatsache, ehrlich wahr – man hat mich dort vergessen. Nicht allzu lange, aber immerhin. Ich habe es überlebt, wie Sie sehen.

Vielleicht erwachten damals bereist meine mörderischen Gedanken. Doch bis zu ihrer Umsetzung, richtiger, Niederschrift auf weißem Papier, dauerte es fast 50 Jahre. Dazwischen liegen die Mittlere Reife auf einem Lyzeum, das Abitur auf einer Gesamtschule in Bad Hersfeld, mein Studium der Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Strafrecht in Gießen und mein Referendariat in Frankfurt am Main. Dort bin ich erstmals in der Gerichtsmedizin gelandet, habe die Übelkeit überwunden und weitergemacht. Meinen großen Traum, Staatsanwältin zu werden, habe ich um eine halbe Note verpasst.

Der erste Job katapultierte mich in die Geldwelt von Frankfurt, als Assistentin der Geschäftsführung eines Berufsverbandes, dessen Mitglieder sich mit dem Geld anderer beschäftigen. Nach zwei Jahren dann der Aufstieg zur Geschäftsführerin. Nach drei Jahren die Frage, ob es das denn nun gewesen sei, wofür man sich durch ein Studium gequält hatte. Die Antwort: Nein.

Es folgt der Wechsel in eine renommierte Anwaltskanzlei mit Nobel- und Geldmandanten, darauf dann der Wechsel in eine Kombination: als Hauptgeschäftsführerin eines Bundesverbandes mit eigener Kanzlei.

Nach dem Jahrtausendwechsel erkrankte ich, zwar langsam, doch unaufhaltsam. Es tat nicht weh, veränderte meine Zukunft aber grundlegend: Mein Gehör verabschiedete sich. Nicht gut für meinen Beruf. Nach einer angemessenen Zeit der Trauer dann die Hinwendung zu meinem alten Traum: Der Krimischreiberei.

Gleichzeitig die Rückkehr zu meinem Anfang in Friedlos. Nomen est omen, lasse ich ganz in der Nähe meinen ersten Mord geschehen, der vielleicht doch eher ein tragischer Totschlag ist. Die vielen Wälder entlang der Autobahnen in Mittelhessen bieten sich perfekt als Versteck für meine Leiche an, die zwar eine fiktive ist, ihre Geschichte jedoch als tatsächliches Opfer in Kassel begann. Um sie zu finden, klapperte ich alle Parkplätze entlang der A5 und A4 ab, zumindest auf dem Computer. Und ich kenne alle beschriebenen Orte persönlich. Hab sie alle im Laufe meines Lebens mehrfach gesehen. Gefunden habe ich die Leiche natürlich nicht, doch ich weiß, wo sie gelegen haben muss. Nun wartet sie auf die Suchmannschaft, die sie der Vergessenheit entreißt.

Passend zu meinem neuen Leben verlegten wir unseren Lebensschwerpunkt an die Nordseeküste in einen wiederum klitzekleinen Ort namens Funnix, der gleich als zweiter Tatort herhalten musste. Hier, mitten in Ostfriesland, nur sechs Kilometer von der Nordsee entfernt, weht immer der Westwind, der durch alle Ritzen geht. Die Luft ist so feucht, dass selbst im Sommer die Wäsche nicht trocken wird. Reizklima nenne das die zu tausenden jährlich ab Ostern an die Küste strömenden Touristen mit glänzenden Augen.

 

 

 

 

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